Nähere Informationen zu "Kirchen"

 

WAS MÖCHTE DIESES BUCH?

 

Dieses Buch möchte Sie einladen, die Kirchen des Erzgebirges auf eine besondere Weise zu entdecken, so, wie wir es in den vergangenen Monaten auf sehr unterschiedlichen Wegen getan haben.

 

Das Erzgebirge gehört zu unserer Heimat. Und das hat zur Folge eine tiefe Anhänglichkeit, Liebe, aber auch das Gefühl der Verantwortlichkeit für das, was dort im Laufe der Jahrhunderte an Kultur - oft unter schwierigsten Lebensbedingungen - geschaffen wurde und gewachsen ist. Das betrifft die Ortschaften, Städte und Dörfer eingebettet in die alte Bergbaulandschaft; das betrifft die Gewohnheiten, also Lebens-, Arbeits- und Gestaltungsformen, ihrer Bürger. Und das betrifft in Sonderheit die vielen Kirchen, in denen sich über Jahrhunderte die Frömmigkeit, aber auch die Lebenskultur der Menschen widerspiegelt. Sie sind der Mittelpunkt einer Ansiedlung und haben so eine herausgehobene Bedeutung nicht nur innerhalb der Gesamtarchitektur eines Ortes, sondern sie waren auch Mittelpunkt des geistigen Geschehens einer Ortsgemeinschaft, zumindest früher, und sind es teilweise auch heute noch.

 

Wir wollten uns ganz neu überraschen lassen und weder ein Tourismusbuch, noch eine historische Abhandlung verfassen, sondern unsere unmittelbaren Eindrücke wiedergeben, die uns bewegten, als wir uns erneut oder auch zum ersten Mal den Orten mit ihren Kirchen näherten. Somit entstand ein ganz persönliches Buch, in dem sowohl die Freude und die Hochachtung über die Vielfalt an Gestaltungsformen der Kirchen ihren Ausdruck fanden, als auch die Sorge über so manche Fragen und Fragwürdigkeiten der gegenwärtigen Situation im lebendigen Umgang mit den Schätzen, die uns von den Vätern übergeben worden sind. Diese Eindrücke, die in unserem Buch ihren Niederschlag fanden, sind vielfältig, weil sie von vier Personen mit ganz unterschiedlichen Biographien kommen:

 

Dipl.-Phys. Ulrike Haase, die Dresdnerin, die ihre Kindheit häufig beim Kantorgroßvater im Gebirge verbrachte, Reimund Böhmig, ehemals Domorganist in Zwickau, der als sächsischer Orgelsachverständiger nicht nur alle Orgeln, sondern auch jeden Winkel im Erzgebirge bereist hat, Dr. Konrad Näser, Diplomgärtner in Potsdam, aber in Annaberg geboren, der nicht nur seine Jugendzeit im Erzgebirge zubrachte, sondern auch heute noch jedes Jahr aufs Neue seine alte Liebe durch Fahrten ins Gebirge auffrischt und Dr. Christoph Schwabe, der gebürtige Chemnitzer, dessen Vernarrtheit in Kirchen, die er zeichnen muss, seine Wurzeln hat in den Radtouren seiner Jugendzeit; keine Kirche und keine Orgel in der näheren und weiteren Umgebung seines Heimatortes Chemnitz-Rabenstein waren vor ihm sicher.

 

Die Vielfalt an Kirchen mit unterschiedlichsten architektonischen Formen, wie sie im Erzgebirge anzutreffen ist, kann nicht ganz erfasst werden. So wird wohl mancher traurig feststellen, dass diese oder jene Kirche, die er liebt, hier fehlt. Wir mussten es aufgeben, Vollständigkeit anzustreben. Aber ist es nicht schön, wenn wir wissen, dass die Vielfalt an Vorhandenem noch viel größer ist, als diejenige, die wir hier zeigen können?

 

So hoffen wir, dass andere beim Lesen und Schauen eben so viel Freude empfinden mögen, wie wir sie hatten, als wir dieses Werk realisierten.

 

Christoph Schwabe, im Dezember 2004

 

zurück zur Publikationsliste